Viviane Yaqin König 

Obmensch
Viviane Yaqin König 

Viviane Yaqin König 

Obmensch

Im Februar 1981 kam ich Niederösterreich auf die Welt und verlebte meine Kindheit im elterlichen Haus in Wieselburg. In Wieselburg besuchte ich die Volksschule, Hauptschule, Polytechnikum und anschließend die HLBLA Francisco-Josephinum, worin ich im Zweigbereich Lebensmitteltechnologie und Milchwirtschaft maturierte. 

Als Jugendliche kam ich in eine schwere Persönlichkeitskrise, wo ich meine Geschlechtsidentität in Frage stellte. Mir fiel es zunehmend schwerer, mich als Mädchen oder Frau anzunehmen und zusätzlich fand ich keinen Rückhalt oder Bestätigung im Umfeld bzw. der Gesellschaft mich als Mädchen oder Frau geliebt zu fühlen. Ich fühlte mich überfordert und stürzte schlussendlich in eine schwere Depression. 

Jahre vergingen die Matura bestand ich 2001 und arbeitete in Vorarlberg als Laborant*in in einem Lebensmittelkonzern. Die Selbstzweifel ließen mich auch in diesen Jahren nicht los und ich begann 2004 eine erneute Psychotherapie mit dem Anliegen Transgender. Ich fand auch eine sehr gute Begleitung und dadurch lernte ich einen weiteren Transmann kennen. Wir waren schon ein ganz besonderes Gespann. Viel Abenteuer, Austausch und Selbsterfahrung war mit im Paket. 

Wir gründete gemeinsam den gemeinnützigen und mildtätigen Verein Transmann Austria, um auch anderen Menschen auf ihren Weg in einer peer2peer Beratung zu begleiten und eine Plattform in Vorarlberg anbieten zu können. Damals gab es in Vorarlberg zu unserem Thema noch nichts und die gesetzliche Lage war mit vielen Hürden und verfassungswidrigen Vorschreibungen übersät.

Zudem war für die Bevölkerung das Thema Transgender noch Neuland bzw. unbekannt. Das hatte zur Folge, dass Diskriminierung, Ausgrenzung, Gewalt und Jobverlust ein allzu häufiges Thema waren.

2005 begann ich mit der Hormontherapie in meinen Fall mit Testosteron und der Alltagstest mit unverändertem Personenstand (w) und geschlechtsneutralen Namen. 2007 erfolgten die geschlechtsangleichenden Operationen, worauf das Innenministerium bestand, um einer Personenstandsänderung zu zustimmen – in meinem Fall männlich. Das hat mir in dieser Phase meines Lebens sehr geholfen und auch die Chance ermöglicht, wieder eine Arbeit zu finden. Ich verließ Vorarlberg und ging nach meinem Krankenhausaufenthalt in Niederösterreich nach Wien.

An der Stelle möchte ich meiner gesamten Familie danken, die mich in der schwierigen gesundheitlichen Phase begleiteten und mich bei ihnen liebevollst aufnahmen.

Von 2009 bis 2011 besuchte ich Weiterbildungen in Bereich Dipl. Lebens- und Sozialberaterin, Kinesiologie, Klangtherapie und schloss diese auch ab. Mir wurden zunehmend die individuellen Lösungen wichtiger, die konsensorientiert, integrativ und zielgerichtet war. Zwei Jahre bereiteten wir, sprich ich und zwei weitere Gründungsmitglieder, ein Social Lab vor, das 24/7 die Woche offen hat mit dem Ziel die Erwachsenbildungs- und Persönlichkeitsentwicklungsprozesse zu fördern. Das Pilotprojekt war auf drei Jahre angesetzt.

Während dieser Zeit gründete ich mit Betroffenen Anfang des Jahres 2016 eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit dem Lebensthema Geschlechtsidentitätsfindung. Am 31. Mai 2016 kam es dann zur Vereinsgründung.

Einer meiner quälendsten Fragen „Was habe ich übersehen?“, blieb mir jedoch überall die Jahre erhalten. Seit meiner Jugend begleiten mich derartige Fragen und mit der Transition wurde diese Frage „Was habe ich übersehen?“ beißend.

2017 fand ich für mich Antworten auf meine Fragen, und wagte den mutigen Schritt, meinen Irrtum einzugestehen, die Illusion Mann zu sein und begann mit der Neuauflage mich als Frau anzunehmen. Ich veranlasste eine erneute Personenstandsänderung und nahm meinen alten/neuen Name Vivian Yaqin König wieder an. Zwei Wochen vor Weihnachten 2017 war es dann auch amtlich.

Durch meinen modifizierten Körper und damit als Frau zu leben brachten neue Fragen und Aufgaben in mein Leben. Doch im Gegensatz zu damals zeigte sich Interesse in mir, wie gehe ich mit der neuen Situation in meinem Lebensumfeld um z.B. Krankenanstalten, Partnerschaft, Bodyscanner usw.

Viele Menschen begleiteten mich auf diesen Weg und allen möchte ich meinen besonderen Dank aussprechen. Mit der Gründung der BVG – Bundesvereinigung für Gendergerechtigkeit stelle ich meinen intensiven persönlichen Erfahrungen & Erlebenisse den Menschen zur Verfügung.

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