Seit Ende des Jahre (sprich mit der alten Regierung) kam noch die Behandlungsempfehlungen für Kinder und Jugendlichen heraus, diese sind jetzt leicht zu finden unter der neuen Rubrik SERVICE & INFOS > Behandlungsempfehlungen für Trans*Kinder und Jugendliche

Aufgrund der Besonderheiten von Transidentität und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter und den speziellen Bedürfnissen dieser Zielgruppe sind detaillierte eigene Empfehlungen erforderlich, die den naturgemäß höheren Anforderungen zur Vermeidung irreversibler Fehleinschätzungen im diagnostischen Prozess genügen.

Eine interdisziplinäre Expertinnen- und Expertengruppe hat daher Empfehlungen erarbeitet und sich dabei an internationalen Vorgaben und Standards orientiert. Darüber hinaus wurden die Empfehlungen auch mit den relevanten Fachgesellschaften abgestimmt (Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und Österreichische Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde).

Besonderheiten von Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen

Zwischen Kindern und Jugendlichen existiert eine Bandbreite an Erscheinungsformen und Entwicklungsverläufen, insbesondere bei präpubertären Kindern. Insofern bedarf es spezifischer Versorgungsempfehlungen für die Diagnostik und Behandlung. Wesentlich ist, dass die Geschlechtsdysphorie im Kindesalter nur in etwa 20 % bis ins Erwachsenenalter persistiert. Bei den übrigen Kindern kommt eine spätere homosexuelle Orientierung überdurchschnittlich häufig vor.

Andererseits ist das Fortbestehen von Geschlechtsdysphorie bei Jugendlichen bis ins Erwachsenenalter viel häufiger zu finden. Ein weiterer Unterschied besteht im Geschlechtsverhältnis, das bei Kindern vor der Pubertät etwa bei 6:1 Knaben zu Mädchen und ab der Pubertät ca. bei 1:1 liegt. Unbehagen am eigenen Geschlecht bzw. die Überzeugung, das entgegengesetzte Geschlecht zu besitzen, kann ab dem Alter von 2–4 Jahren auftreten. Während bei den meisten Kindern die Geschlechtsdysphorie mit der Pubertät verschwindet, verstärkt sie sich bei einigen Jugendlichen bis hin zu einer intensiven Abneigung gegen dem eigenen Körper. Viele entwickeln den Wunsch nach einer gegengeschlechtlichen hormonellen Behandlung und/oder zu chirurgischen geschlechtsangleichenden Maßnahmen. Oft wird beispielsweise i.R. eines Schulwechsels der soziale Rollenwechsel vollzogen.

Bei Kindern wie Jugendlichen kommt es relativ häufig zu begleitenden internalisierenden Störungen wie Ängsten, Depressionen und Verhaltensstörungen und es können Autismus-Spektrum-Störungen häufiger assoziiert sein. Bei Jugendlichen treten zusätzlich externalisierende Störungen wie oppositionelles Verweigerungsverhalten auf.

Um einen Einblick in das Leben von Trans*Menschen zu gewinnen: HIER der gender.trouble-BLOG

In diesem gender.trouble-BLOG erzählen vor allem Jugendliche über ihre Situation und teilen sich mit.